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Altonaer Manifest

Für eine sozial gerechte Stadtentwicklung

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Gründerzeithäuser Breite Straße 114 und 116

Stand: April 2013

Breite Straße

Gründerzeithäuser Breite Straße 114 und 116

Worum geht es?

Die letzten Häuser aus der Gründerzeit in der Breite Straße sollen abgerissen werden. An ihrer Stelle sollen moderne Neubauten entstehen. Geplant ist, auf 2 Grundstücken 14 Wohnungen und einen kleinen Laden abzureißen, um auf 4 Grundstücken insgesamt 19 Wohnungen zu errichten.

Was ist passiert?

Seit 2007 wurden die Häuser systematisch entmietet. Im November 2010 hat ‚Mieter helfen Mieter‘ den Leerstand dem Bezirksamt angezeigt. Diese Anzeige wurde vom Amt nicht verfolgt.

Nachdem das Denkmalschutzamt eine Unterschutzstellung ablehnte und daher von dieser Seite eine finanzielle Bezuschussung entfiel, stellte der Bauherr einen erneuten Vorbescheidsantrag und pocht nun darauf, dass ein Abriss wirtschaflicher sei, als die Häuser zu sanieren.

Herr Scheffler, der Eigentümer, begründet die Notwendigkeit des Abrisses unter anderem damit, dass er für sanierte Altbauwohnungen nur 12 € pro qm verlangen kann, für eine Neubauwohnung jedoch 14,50 €.

Ursprünglich wollte Herr Scheffler hier 25 Wohnungen bauen. Nun plant er nur noch 19, denn wenn er weniger als 20 Wohnungen baut, muss keine einzige davon eine Sozialwohnung sein.

Eine Empfehlung des Amtes, den Abriss abzulehnen und die Häuser unter Erhaltensschutz zu stellen, wurde von allen Parteien - außer Die Linke - abgelehnt.

Kritik

Die Neubauplanung hält sich nicht an den rechtlich geltenden Bebauungsplan. Zwar können nach Baugesetz Befreiungen erteilt werden, diese dürfen allerdings die Grundzüge der Planung nicht berühren. Die geplanten Bebauung hält sich in keinster Weise an das geltende Recht.

Die Bebauung ist so eng geplant, dass der Innenhof, in den der Spielplatz verlegt werden soll, niemals Sonne sehen würde. Auch die hintere Häuserzeile würde total verschattet werden.

Die SPD ist der Meinung, dass „das Allgemeinwohl sich hier in der Schaffung von dringend benötigtem, bezahlbaren Wohnraum manifestiert.“ Und dies sei als Kampf gegen die soziale Spaltung zu sehen.

Geplant ist, 14 Wohnungen und einen kleine Laden zu vernichten, um mit dem vierfachen Bauvolumen nur 5 neue Wohnungen zu schaffen.

Für wen sind diese hochpreisigen Luxus-Wohnungen - ab 80 qm - bezahlbar? In Altona-Altstadt werden solche Wohnungen nicht gebraucht. Sie steigern den Mietenspiegel und wirken sich so auf alle umliegenden Mieten aus.

Der geplante Neubau soll von dem Architekturbüro Heyden und Hidde durchgeführt werden. Herr Hidde aus selbigen Büro saß während der letzten Legislaturperiode für die GAL als baupoltischer Sprecher in der Bezirksversammlung Altona. Die GAL hat vehement für den Abriss gestimmt und spricht davon, dass dieser der Allgemeinheit zu Gute käme.

Diese Häuser haben den Krieg überstanden und sind wichtige Dokumente der Geschichte. Sie wurden von dem Architekturbüro Schaar & Hintzpeter entworfen - jenen die auch die Köhlbrandtreppe und Zeisehallen planten.

Mehr Informationen finden Sie auch hier

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