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Altonaer Manifest

Für eine sozial gerechte Stadtentwicklung

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Cruise Center Altona

Stand: April 2013

Cruise Center Altona

Cruise Center Altona

Worum geht es?

Die Kreuzschifffahrt boomt. Das kann sich Hamburg nicht entgehen lassen: April 2011 wurde neben dem leerstehenden Englandterminal das Cruise Center Altona fertiggestellt.

Die Wiese beim Biergarten „Altonas Balkon“ liegt geschätzte 25 Meter über der Wasserlinie der Elbe. Dennoch endet der Blick zum Strom seither auf der, für die Öffentlichkeit häufig gesperrten, Aussichtsterrasse des „Cruise Center Altona“.

Wenigstens kann man noch den weiten Horizont oder die Aufbauten vorbeiziehender Schiffe beobachten, sofern es sich nicht um einen der zahlreichen „Cruiseliner“ handelt.

Auswirkungen für die Anwohner

Handelt es sich um einen „Cruiseliner“, ist von der Elbe nichts mehr zu sehen. Dafür aber zu hören: Mit lauter Musik und „Ding-Dong-Durchsagen“ werden die Besucher der Elbwiesen beschallt. Bei günstiger Windrichtung können auch die Anwohner bis weit nach Altona-Altstadt hinein an diesem Ohrschmaus teilnehmen.

Zuvor wird die ganze Umgebung zu jeder Tages- und Nachtzeit mit lautem und oftmals eine halbe Stunde andauerdem Getute von der Ankunft der Toursisten informiert. Bei Abfahrt selbiges - doch die Erleichterung hält nicht lange vor: Das nächste schwimmende Hochhaus kommt bald.

Aus Lärmschutzgründen waren ursprünglich maximal 50 Schiffe im Jahr zugelassen - 2013 werden es 74 sein.

Der NABU verleiht den „Dinosaurier des Jahres“ 2011 an die Unternehmen AIDA und TUI Cruises. Ihre angeblich „Weißen Flotten“ sind in Wahrheit schmutzige Rußschleudern. Ein einziger Ozeanriese stößt auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw. Sie werden mit Schweröl betankt und blasen extrem gifte Abgase in die Luft.

Gelungene Planung sieht anders aus

Um bei diesem politisch gewollten Leuchtturmprojekt kritische Fragen der Opposition zu umgehen, wurde zur Realisierung des Projektes kurzer Hand ein städtisches Unternehmen gegründet, welches nun die Aufgaben der eigentlich zuständigen Hochbauverwaltung erledigte.

Hierbei handelt es sich um die Fischereihafenentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG (FEG) - die in undurchsichtiger Weise mit der Saga GWG verwickelt ist.

Das ist wiederum Auslöser für zum Teil enorme Kostensteigerungen. Hier wurde 60 Prozent mehr ausgegeben, als ursprünglich veranschlagt: also rund 30 Mio. € - Steuergeld. (Quelle: Bund der Steuerzahler)

Da an dieser Stelle Beachclubs standen, hatte es vor der Baugenehmigung klare Auflagen gegeben, dass das Dach des Kreuzfahrtterminals für die Bevölkerung zugänglich sein muss. Sie ist - wenn kein Schiff da ist - meist gesperrt.

Ursprünglich sollte die Terrasse 2375 qm groß werden und zum Verweilen einladen. Es wurden schmale 528 qm, die weder Bänke noch andere Sitzmöglichkeiten bieten.

Mehr Informationen gibt es bei anna elbe

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