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Für eine sozial gerechte Stadtentwicklung

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IKEA-Satire oder bösartiger Zynismus?

Stand: April 2013

Ikea in Altona

IKEA-Satire oder bösartiger Zynismus?

Das „Monstrum“ (Zitat: Ikea) wächst. Die Geschossträger ragen wie riesige Grabkreuze über die Dächer der umstehenden Wohnhäuser. Baulärm gibt eine leise Vorahnung davon, was nach Fertigstellung an Verkehrslärm zu erwarten ist. Von früh am Morgen, bis spät in die Nacht.

Immer noch an erster Stelle steht bei dem Möbel-Konzern die Hoffnung, dass es zu keinem Verkehrschaos kommen wird. Eine vage Annahme, mehr ist es nicht, denn eine verlässliche Studie wurde nicht erstellt.

Die Nutzfläche entspricht mit 80.000 qm (11 Fußballfelder) denen in Hamburg-Schnelsen. Eine Aufgabe: Übertrage die Verhältnisse dort auf ein enges, dicht bewohntes Wohngebiet.

Schon die NachbarInnen in Schnelsen klagen über den Verkehr, Lärm, Abgase und wildes Parken. Die Anzahl der Parkplätze ist dort um ein vielfaches größer, sie sind einfacher zu erreichen. Die Anlieferung erfolgt, anders als hier geplant, getrennt. Lange Staus auf den Zufahrten sind hier also gesichert.

Ikea sagt, es kämen ohnehin 60% der KundInnen mit Bus, Bahn oder Fahrrad. Wer Möbel kauft oder viel kaufen will, fährt nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln, ohnehin verbietet dies der HVV, und schon gar nicht mit dem Rad.

Aber kann der hoch getaktete, an der Leistungsgrenze operierende, Bahnhof Altona in den Hauptzeiten zig-tausende weitere Ikea-KundInnen ertragen?
Ist das Szenario realistisch, wenn man täglich 50.000 KundInnen und Schaulustige erwartet?

Sollen Altona Altstadt und Ottensen wirklich die neue, zweite Innenstadt werden? Ein riesiges Konsumcenter? Hier wohnen, leben, einkaufen und schlafen Menschen!

Worin liegen die Interessen der Verwaltung von Stadt und Bezirks zuzulassen dass derart mies mit Anwohnerinnen und Anwohnern umgesprungen wird. Das überall und ausnahmslos gescheiterte 60er/70er Jahre Konzept der Betonklotz-Einkaufsstraßen wird überdimensioniert wiederbelebt und wird wieder kläglich sterben.

Die Ankündigung des Baus hat die Immobilienspekulations-Fantasien um die Große Bergstraße angeheizt. Einen Nutzen haben die, die hier bauen, die Grundstücke besitzen und auf hohe Renditen spekulieren. Einen vermeintlich politischen Nutzen die, die ausschließlich auf schnellen Konsum und Bauirrsinn setzen, die meinen dies sei wahre und einzige Beglückung.

Nachhaltig daran ist nur die Zerstörung eines lebendigen und gewachsenen Stadtteils. Hier wiederholt sich dieselbe Geschichte wie zur Bauzeit der Neuen betonierten Großen Bergstraße.

Der Bau ist wahrscheinlich nicht aufzuhalten. Umso mehr ist es wichtig sich nicht damit einverstanden zu geben. Nicht frustriert wegzuziehen, sondern mit vielfätigen Mitteln zu zeigen, dass man damit nicht einverstanden sein wird. Es ist wichtig Salz in der Suppe, Sand im Getriebe zu sein. Sonst wird sich nie etwas ändern, egal wohin du ziehst.

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