INITIATIVEN NETZWERK

Altonaer Manifest

Für eine sozial gerechte Stadtentwicklung

Altonaer Manifest

Für eine sozial gerechte Stadtentwicklung

Viktoria Kaserne

Stand: April 2013

Viktoria Kaserne

Wo sind wir hier?

Ursprünglich bestand die Kaserne aus drei Blöcken, einem Offizierskasino, einer Reit- und Exerzierhalle, Garagen, sowie der Garnison -Wasch -und Arrestanstalt – alles rechteckig um einen Exerzierplatz angelegt. Von 1878-83 während der wilheminischen Epoche wurde die Victoria-Kaserne errichtet. 1977 wurde ein Großteil der Kaserne abgerissen. Nur der Block 3, in dem heute die Frappant-Künstler Obdach gefunden haben, und einige Nebengebäude sind erhalten geblieben.

Was ging hier in letzter Zeit?

Etwa zwei Drittel der Viktoria sind heute an die Mitglieder des Frappant e.V. vermietet - Künstler_innen und andere Kulturarbeiter_innen, denen das Gebäude als Ersatz für den Frappant-Komplex an der Großen Bergstraße angeboten wurde, wo demnächst der Ikea-Klotz entstehen soll. Seit dem Umzug Anfang 2010 versuchen die Frappant-Nutzer_innen, sich mühsam aus dem prekären Status der Zwischenmieter_innen herauszuwühlen. Es galt, mit der Spriag über Mietzeiten und -preise zu verhandeln, Förderung durch die Kulturbehörde u.a. zu erstreiten - eine längerfristige Nutzung stand aber immer in den Sternen.

Wer will da was machen?

Wir - Lux und Konsorten, sind ein Konsortium von Gewerbetreibenden, das seit zwei Jahren auf der Suche nach Haus und Hof sind, wo wir eine bezahlbare Produktions-, Arbeits- und Versammlungsstätte kollektiv betreiben können. Wir finden: Das Problem von Gentrifizierung ist nicht allein eines der steigenden Wohnungsmieten und Wohnraumprivatisierungen. Gentrifizierung bedeutet - in Altona und Ottensen kann man es erleben - auch das Verschwinden von günstigen Gewerbeflächen und lokaler Ökonomie. Deshalb fordern wir für Altona einen kommunalen Gewerbehof für maximal 5 Euro pro Quadratmeter warm. Wir haben‘s beim Electrolux-Gebäude versucht (abgerissen), bei der Gewürzmühle Gaußstraße (abgerissen) und auch die Mitte Altona haben wir zwischenzeitlich belagert und Ansprüche an die ehemaligen Expresshallen gestellt. Inzwischen sind wir hier in der Viktoria Kaserne aufgeschlagen.

Was geht hier?

Frappant e.V. und Lux & Co. wollen das Gebäude gemeinsam kaufen und es als Genossenschaft dauerhaft vom Immobilienmarkt nehmen. Die Viktoria Kaserne soll langfristig ein Ort bleiben, an dem lokale Unternehmungen preiswert arbeiten können, an dem kommunale Flächen für öffentliche Veranstaltungen und Ausstellungsräume jenseits von Verwertungsinteressen verfügbar sind. Es geht um Ateliers, Handwerkerwerkstätten, Bildungswerkstätten, ein Gästehaus, eine günstige Cantina, Kongress- und Proberäume und um manches mehr. Die Finanzbehörde hat sich verkaufsbereit gezeigt. In diesem Jahr soll es ans Eingemachte gehen.

Zurück zu allen Tatorten | Download als PDF