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Altonaer Manifest

Für eine sozial gerechte Stadtentwicklung

Altonaer Manifest

Für eine sozial gerechte Stadtentwicklung

Bebauung Virchowstraße

Stand: April 2013

Virchowstraße

Bebauung Virchowstraße

Worum geht es?

Zwischen der Hospitalstraße und der Virchowstraße nördlich der Großen Bergstraße existierte bis vor wenigen Jahren eine große Freifläche, die von einem von Bäumen umgebenen, für die Kinder und Jugendlichen der Umgebung attraktiven Bolz- und Spielplatz eingenommen wurde. Angrenzend lag ein großer Parkplatz, der von den im Umkreis wohnenden Menschen und den Kunden der zahlreichen kleinen Geschäfte in der Umgebung genutzt wurde.

Was ist passiert?

Inzwischen steht an Stelle des früheren Parkplatzes ein großvolumiges Wohngebäude und die Kleine Bergstraße existiert nicht mehr. Der meisten Bäume sind gefällt worden. Der Bolzplatz ist verschwunden und wird in seiner ehemaligen Ausprägung nie wieder entstehen.

Was ist zu kritisieren?

Gar nicht zu kritisieren ist das Entstehen von sozialen, preiswerten Wohnungen, in denen wegen der Barrierefreiheit Behinderte adäquaten Wohnraum finden können. Solche Wohnungen sollten und müssen in weit größerem Umfang geschaffen werden, da sich die Wohnungsnot gerade auf das Fehlen solcher Angebote gründet.

Aber: zu kritisieren ist das mangelhafte Berücksichtigung der Bedürfnisse der Anwohner. Die Beteiligung der Bürger, bei der den Menschen die konkrete Entwicklung des Gebietes vorgestellt wurde, erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem die Vorabgenehmigung zum Bau des Gebäudes bereits erteilt wurde. Das Argument des Bezirks, es sei „erklärtes Planungsziel, so schnell wie möglich bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen” ist keine akzeptable Erklärung für eine „vorgezogene Vorweggenehmigung” und verhindert damit eine ausreichend intensive und kritische Befassung des Vorhabens durch die Bürger.

Auch zu kritisieren ist, dass ohne (dringendes) Erfordernis bereits zahlreiche Bäume gefällt wurden und der Bezirk lediglich aussagt, dass noch fehlender Ersatz für die gefällten Bäume außerhalb des Plangebiets geschaffen wird. Es wird nicht ausgesagt, ob die schon gefällten Bäume bereits ersetzt worden sind und wo neue gepflanzt wurden. Es ist dringend erforderlich, diese extern zu pflanzenden Bäume innerhalb des stark baulich verdichteten Kernbereichs von Altona, d.h. in einem klimatisch belasteten Raum zu setzen, um der allgemeinen Forderung nachzukommen, die städtebaulichen Anpassungen an Klimaveränderungen durch sinnvolle Maßnahmen zu fördern.

Schließlich ist der Verlust des Bolzplatzes zu kritisieren, der in seiner Größe nicht wieder errichtet werden soll. Wegen der Lärmimmissionen ist ein solcher Platz nur schwer an einer anderen Stelle zu errichten und somit geht den Jugendlichen des Gebietes ein wichtiges Sport- und Bewegungsareal verloren.

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